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Warum Wettkampf unter den Eltern dem Kind schadet – oder was sich Trennungskinder wünschen (letzter Teil)

Warum Wettkampf unter den Eltern dem Kind schadet – oder was sich Trennungskinder wünschen (letzter Teil)

20.08.2018. 12:54
(Kommentare: 1)

Hier kommt der letzte Teil der sehr lesenswerten 20 Bitten von Trennungskindern an ihre Eltern, inklusive meiner Erfahrungen zum Thema. Ich habe hier und hier schon einmal darüber geschrieben. Alle Bitten auf einen Blick könnt ihr hier lesen.

15. Sagt mir offen, wenn ihr mal mit eurem Geld nicht klar kommt und meint nicht, ihr müsst mir unbedingt etwas kaufen, damit ich merke, dass ihr mich lieb habt. Für mich ist Zeit viel wichtiger als Geld. Von einem gemeinsamen Spiel mit euch habe ich viel mehr als von einem neuen Spielzeug. 

Wie gesagt, viele Trennungs-Eltern versuchen sich mit den materiellen Gaben gegenseitig zu übertrumpfen. Diese vielen Geschenke mögen kurzfristig schön für das Kind sein, aber langfristig bleibt es davon leer zurück. Das Materille füllt ja nicht wirklich und das riesige Lego-Schiff und der Monstertruck verstauben irgendwann auf dem Schrank. Was das Kind wirklich erfüllt, ist gemeinsam verbrachte Zeit und die muss nicht viel kosten: Ein gemeinsamer Nachmittag mit Papa im Wald. Ein Bastelabend mit Mama, in dem alle leeren Klorollen aufgebraucht werden. Vorlesen, zuhören, wirklich zusammen sein, ohne Fernsehen oder Handy-Ablenkung. Ungeteilte Aufmerksamkeit. Spaß. Verbundenheit.  

16. Macht nicht immer soviel ,,Action" mit mir. Es muss nicht immer etwas Tolles oder Neues sein, wenn ihr etwas mit mir unternehmt. Am schönsten ist es für mich, wenn wir einfach fröhlich sind, spielen, kuscheln, reden und Zeit füreinander haben.

Genau darum geht es. Ja, ich unternehme gerne Dinge mit meinem Sohn. Wir wohnen in einer kleinen Wohnung und da muss man gerade im Sommer einfach mal öfter raus an die frische Luft. Aber es muss definitiv nicht der große Freizeitpark sein.  Was bei unseren Ausflügen zählt, ist unser gemeinsames Zusammensein. Fröhlich sein, spielen, Dinge bestaunen, Zeit haben füreinander. Das geht Zuhause genau so gut.

17. Lasst möglichst viel in meinem Leben so, wie es vor eurer Trennung war. Das fängt bei meinem Kinderzimmer an und hört bei den kleinen Dingen auf, die ich mit euch gemeinsam oder ganz allein mit meinem Vater oder meiner Mutter gemacht habe. Es sind kostbare Erinnerungen für mich und helfen mir, meine neue Familiensituation zu verkraften.

Ein wichtiger Punkt. Mir war es bei der Trennung sehr wichtig, dass mein Sohn keinen Kindergartenwechsel verkraften musste, dass für ihn möglichst vieles so bleibt, wie er es kennt. Deswegen habe ich mir eine Wohnung in der Nähe gesucht und auch so gut wie alle Möbel im alten Zuhause zurückgelassen. Mein Kind sollte sein Kinderzimmer und die anderen Räume so behalten, wie sie sind. Auch wenn das rückblickend nicht einfach für mich war.

18. Seid lieb zu meinen anderen Großeltern – auch wenn sie bei eurer Trennung mehr zu ihrem eigenen Kind gehalten haben. Ihr würdet doch auch zu mir halten, wenn es mir schlecht ginge! Meine beiden Omas und Opas sind mir sehr wichtig. 

Eltern werden immer zu ihrem eigenen Kind halten. Sie hören die Geschichte ja auch nur aus dieser einen Perspektive. Großeltern sind definitiv wichtig für ein Kind – und sie werden leider nicht ewig da sein, auch das sollte man nicht vergessen. Das Erzbistum Köln bietet jedes Jahr ein wunderbares Seminar für Großeltern an, deren Kinder sich getrennt haben. Hier die Infos dazu. 

19. Seid fair zu dem neuen Partner, den einer von euch findet oder schon gefunden hat. Mit diesem Menschen muss ich mich ja auch arrangieren. Das kann ich besser, wenn ihr euch nicht gegenseitig eifersüchtig belauert. Es wäre sowieso am besten für mich, wenn ihr beide bald jemanden zum Liebhaben findet. Dann seid ihr nicht mehr so böse aufeinander.

Wunderbar in Worte gefasst. Dem ist nichts hinzuzufügen.

20. Seid optimistisch. Eure Ehe habt ihr nicht hingekriegt - aber ihr seid immer noch meine Eltern. Also lasst uns wenigstens die Zeit danach gut hinbekommen. Ich glaube, es hilft uns allen, wenn ihr meine Bitten an euch ernst nehmt. Vielleicht redet ihr miteinander darüber. Aber streitet nicht. Benutzt meine Bitten nicht dazu, dem anderen vorzuwerfen, wie schlecht er zu mir ist. Wenn ihr das macht, habt ihr nicht kapiert, wie es mir jetzt geht und was ich brauche, um mich wohler zu fühlen. 

In Liebe, euer Kind

 

Foto: Johnny B/pixelio.de

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Kommentar von Sarah |

Liebe Christina! Gemeinsame Zeit - und die auch ohne ein „Feuerwerk“ an Action - ist das Wichtigste, sehe ich auch so. Und ich bin sehr froh, mir sie z.B. berufsbedingt nehmen zu können. Das ist ja auch nicht bei allen Allein- und Getrennterziehenden der Fall. Mir fällt auch noch ein, dass vielleicht gerade ein Elternteil, der aufgrund der Umgangsregelung sein Kind nur selten sieht, dazu tendieren mag, die fehlende Zeit mit Geschenken zu kompensieren. Da wieder denke ich aber: wichtig ist nicht in erster Linie die Menge der Zeit, die man miteinander verbringt, sondern wie zugewandt man einander während dieser Zeit ist. Ich finde, das wird auch durch deinen Blogbeitrag deutlich! Herzlichen Gruß, Sarah

Antwort von Christina Rinkl

"Wie zugewandt man einander während dieser Zeit ist" - das hört sich sehr schön an und trifft es genau.

Danke dir für deinen Kommentar.

Viele Grüße,

Christina

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